lászló 2004

der faden ist so weich. er gefällt mir. ich lege mich auf ihn, wickle mich ein, verwickle mich. streichle ihn. spiele mit ihm. es wird enger und verwickelter. ich versuche zu ordnen. verwickle mich noch mehr...

worte von thomas lempert, aussstellung galerie "station 21", zürich, januar 2004
Diese halbmultiple Welt der Männerkörper dieses einen Mannes mit dem Faden in Rot: Wiederholungen, die fast narkotisierend auf eine Obsession hindeuten: Auf die Obsession der Erotik, die so nah am Schmerz sich bewegt. Wiederholungen zudem, die den Mann radikal zum Objekt der Begierde der Frau machen? Ein distanzierter Frauenblick durchs Objektiv des technischen Geräts, distanziert der Körper und doch zum Greifen nah. Das Auge hinter der Linse bei ihr – der Künstlerin; das Auge meist geschlossen bei ihm – dem Objekt. Der Reiz der Möglichkeit des Berührens bringt die Spannung, trägt aber auch Scham in sich. Ist das Private in der (Kunst-)Öffentlichkeit inszeniert? Nein? Wenn alles so einfach wäre, dann ist der rote Faden die Nabelschnur, an welcher der Mann immer an der einen Frau hängt, bis zum Tod. Die Nabelschnur, die eng um den Hals gelegt, den Tod schon im Leben bringt. Da nützt auch Spielerisches wenig. Aber einen Versuch wert ist es schon, dieses rote Fadenspiel mit nacktem Körper. Diese Inszenierung des männlichen Körpers mit weiblichem Material: Ein Versuch, das intensive Leben zu bändigen.

"làszlò" installation 5 m x 6 m x 3 m
mann spielt mit rotem faden.
am boden und im raum rote wolle.
35 fotografien auf leine.