performanceartaward 2015

performanceartaward

Lilian Frei (TI)

Marmor, Stein und Eisen bricht, mit Stella Glitter und Guests
Michalel Sutter www.kulturteil.ch

Die letzte Aufführung an diesem Samstag gebührte der Tessinerin Lilian Frei und ihrem trash-kitsch Ensemble um der/die Gitarrist/in Stella Glitter. Auf einer Leinwand flimmert eine verpixelte Videoaufnahme und zeigt Vorarbeiten mittels Presslufthammer an einem rosa gefärbten Steinbrocken. Wenig später wird die Szenerie in die Raummitte vom Pilatussaal verlagert. Der rosafarbene Steinbrocken gelangt via Palettrolli in den Ausstellungsraum und wird sofort mit Hammer und Meissel von Lilian Frei und ihrem Indiana-Jones Helfer eingenommen. Mit der fortschreitenden Zentralhandlung beginnen sich Personen aus dem Publikum, einige auffallen mit rosaroten Utensilien bekleidet, in die Performance einzuführen. Eine Opernsängerin gibt auf dem Palettrolli eine kurze Arie von sich preis, ehe sie wieder abgeschoben wird. Ein junge Mann mit Handschuh und roter Rose trappt auf der Stelle und raucht zum Zeitvertreib eine Zigarette, eine junge Dame schlägt wortlos das Rad, Textpassagen werden rezitiert und Personen aus dem Publikum werden von den Mitperformern näher an das Geschehen geführt. Es ereignet sich ein Potpourri an Handlungsebenen, das sich zunehmend verstrickt und metaphorisch für die vielen Facetten einer Liebesgeschichte stehen mag. Sämtlichen Klischees bedient man sich und packt am Ende sogar noch den allseits bekannten Song Marmor, Stein und Eisen bricht von Drafi Deutscher aus, frei interpretiert von Stella Glitter. Den harten Brocken zu entzweien hat Liliane Frei trotz vollstem Körpereinsatz nicht geschafft, denn der Hammer hatte zuvor den Geist aufgegeben... 

video schnitt laura zimmermann

>>video youtube

 

 

kunstmuseum luzern performancepreis 2015

 

vorspiel/tobias & lilian bringen den stein in Schwingung

vorspiel/tobias
 

1.akt/ thomas von schnecken und fühlern

1.akt/
 

1. akt/denise gibt es keine steigerung von liebe

1.
 

2. akt/ ursula & asad stimmige rosengeschichten

2.
 

2.akt/claudia: liebe ist beim küssen unsichtbar

2.akt/claudia:
 

3.akt/lilian: Marmor stein und eisen bricht nicht

3.akt/lilian:
 

3.akt/stella: warum muss ich mich wie ein tenager fühlen

3.akt/stella:

Il marmo, la pietra e il ferro si rompono, con Stella Glitter e guest michael sutter

L'ultima rappresentazione questo sabato è toccata alla ticinese Lilian Frei e al suo ensemble trash-kitsch attorno alla chitarrista Stella Glitter. Sullo schermo tremola un'immagine video sgranata e mostra il lavoro preliminare con il martello pneumatico su di un blocco di pietra colorato di rosa. Poco dopo la scena si sposta nel centro della sala Pilatus. Il blocco di pietra color rosa giunge su un carrello elevatore nello spazio della rappresentazione e viene subito attaccato con martello e scalpello da Lilian Frei e dal suo assistente alla Indiana Jones. Con il progredire dell'azione centrale, persone del pubblico, alcune vistosamente munite di utensili rosa, cominciano a presentare le loro performance. Una cantante d'opera, sul carrello elevatore, si abbandona a una breve aria, prima di essere spinta fuori. Un giovane con un guanto e una rosa rossa cammina sul posto e fuma una sigaretta per far passare il tempo, una giovane donna fa la ruota senza una parola, si recitano passaggi di testi e alcuni spettatori vengono portati più vicini all'azione dai performer ospiti. Ne scaturisce un potpourri di azioni a diversi livelli, che s'intrecciano sempre di più e potrebbero rappresentare metaforicamente le molte sfaccettature di una storia d'amore. Ci si serve di tutti gli stereotipi e alla fine ci si avvale anche della universalmente nota canzone "Marmor, Stein und Eisen bricht" (il marmo, la pietra e il ferro si rompono), di Drafi Deutscher, liberamente interpretata da Stella Glitter. Malgrado l'impiego totale della sua forza, Lilian Frei non è riuscita a rompere il duro blocco di pietra, il martello ha reso l'anima prima...

 video youtube: marmor stein und eisen bricht...

 

Marmor, stein und... von Christoph fischer gezeichnet

Marmor,
 

MARMOR, STEIN UND... VON CHRISTOPH FISCHER GEZEICHNET

MARMOR,

johanna lier
wir singen lieder, rezitieren gedichte, tanzen tango, träumen, schweben, philosophieren, zählen blütenblätter, erzählen geschichten.

wir sitzen in sonnenuntergängen. trinken teure getränke. kaufen reisen. und kleiden uns schön. parfümieren und bemalen uns. 

und schmuck. aphrosidiakische nahrung.
die liebe lässt sich gut verkaufen. 

was aber zählt, ist die harte, körperliche arbeit am stein. am stein der nicht bricht. 

was aber zählt, ist die wut wegen dem falschen werkzeug. wegen der mangelnden kraft. wegen der wirkungslosen schlagtechnik. 

was aber zählt, ist der hammerkopf, der blind in die menschenmenge fliegt und wunden verursacht. 

stöhnen. muskeln anspannen. ausholen. zuschlagen. schweiss. schmerz: verdammteschissdräck!

liebe ist gewalt, weil sie nicht lieb ist.
liebe ist nicht schön.
liebe erfordert den ganzen menschen. 

und dann kommt eine aus dem publikum und spaltet den stein. mit unendlich vielen, sanften, leisen schlägen. es wirkt, als ob sie den stein fragte: magst du es hier? 

liebe erfordert den ganzen menschen. 

wir bräuchten schulen der liebe. fabriken der liebe. bergwerke der liebe. werkstätten der liebe. ateliers der liebe. 

und keine märkte der liebe…
die es schon immer verstanden haben, rosafarbene dinge zu verkaufen.